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Presse
23.11.2009, 10:00 Uhr | CDU Winnenden Übersicht | Drucken
„Amokläufe weniger wahrscheinlich machen!“ – CDU und Abgeordneter Palm diskutieren mit Bürgern über Arbeit des Landtagssonderauschusses

Als direkte Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden und Wendlingen am 11. März 2009 hat der Landtag von Baden-Württemberg die Einrichtung eines Sonderausschusses beschlossen. Das Ziel: bis Ende 2009 sollen für den Landtag konkrete Handlungs- und Beschlussempfehlungen erarbeitet werden. Die CDU Winnenden regte zur Diskussion mit dem Vorsitzenden des Sonderausschusses und Landtagsabgeordneten Christoph Palm MdL an. Ein Angebot, das viele Bürger annahmen. Denn: „In Winnenden wird es immer ein „Vor“ und ein „Nach“ nach dem schrecklichen Amoklauf geben. Wenn wir wieder zu so etwas wie Normalität zurückkehren wollen, dürfen wir nicht verdrängen", sagte die Winnender CDU-Vorsitzende Wiebke Elzer.


Vor allem das „Vor“ eines Amoklaufes gehört zu den wichtigen Aufgaben: Prävention und Früherkennung in der Erziehung sind die zentralen Themenbereiche der 18 Parlamentarier des Ausschusses, die bisher 83 Handlungsempfehlungen einer Expertenkommission vorgelegt bekommen haben. „Wir können Amokläufe nicht ganz verhindern. Aber wir können sie weniger wahrscheinlich machen“, sagt Palm in seinem Vortrag. Auf der Prävention liege einer der Schwerpunkte. „Man darf die Situation von Eltern und Kindern heute nicht außer Acht lassen.“ Früherkennung sei einer der Schlüssel. „Denn es sind die Stillen, die Unauffälligen, die durch Amoktaten auf sich aufmerksam machen wollen – und das sind keine spontanen Entscheidungen sondern geplante“, erklärt Palm. So gebe es Möglichkeiten, die Taten bereits in der Vorbereitung zu verhindern.

Im Rahmen der weiteren Themenfelder „Sicherheit an Schulen“, „Medien und PC-Spiele“ sowie „Waffenrecht“ sieht der Ausschuss Maßnahmen zu einer größeren Sicherheit an Schulen vor. „Schulen sollen zwar weiter Orte bleiben, an denen sich die Schüler wohl fühlen. Dennoch können zum Beispiel einheitliche Alarmierungssignale künftig helfen, die Ausmaße von Amokläufen zu reduzieren“, so Palm weiter. Um dafür das richtige Maß zu finden und alles auch aus der Perspektive der Jugend sehen zu können, bezieht der Ausschuss sie in die Arbeit mit ein.

Auch das Internet ist ein Thema, das es anzugehen gilt. Hier legt man ebenfalls Wert auf die Meinung der Jugendlichen. „In Gesprächen vor Ort wollen wir herausfinden, wo die Auslöser für solche Amokläufe liegen könnten“, erklärt der Ausschussvorsitzende. „Ein Verbot von besonders grausamen, gewaltverherrlichenden Computerspielen muss in Betracht gezogen werden“, fordert Palm. So hätten Eltern eine Möglichkeit, ihre Kinder davon wegzubringen.“

Sowohl dem Internet als auch den Medien gilt es, Grenzen zu setzen. Heroisierungen von potentiellen Tätern darf es genauso wenig geben wie eine Dramatisierung des Themas. Palm: „Medien sensationalisieren und bringen so den Tätern die erhoffte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Es ist ein schmaler Grat zwischen berechtigter, informativer Berichterstattung und Heroisierung bei solch sensiblen Themen.“

Das Gefährdungspotenzial real einschätzen, sinnvolle Lösungen finden und vor allem im gesellschaftlichen Bereich wieder an das Gewissen der Menschen appellieren muss gemeinsam einhergehen. „Natürlich kostet die Umsetzung der Empfehlungen der Expertenkommission Geld, aber das darf und soll es auch. Jugendgewalt und Präventionsarbeit darf kein Thema für Parteipolitik sein – denn es geht hierbei um Menschenleben. Jeder von uns kann zum Betroffenen werden!“

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